Retinale 2019

Am Samstag, den 23. März 2019, fand die zweite RETINALE im großen Hörsaal und Seminarraum der Universitäts-Zahnklinik statt.

Diese Fortbildungsveranstaltung befasste sich mit der Netzhautchirurgie und dem perioperativen Management und war einerseits für AugenärztInnen, andererseits für OrthoptistInnen, Pflegefachkräfte und AssistentInnen in den Augenarztpraktiken konzipiert.

Eine rege Teilnahme aus allen Bundesländern zeigte das große Interesse an dieser Tagung.

Highlights

  • Gemeinsame und getrennte Sitzungen für alle Berufsgruppen
  • Chirurgisch international anerkannte Top-Referenten mit fundierten Vorträgen
  • Operationsvideos/interaktive Fallbeispiele mit Publikums-Voting und Diskussion
  • Innovationen in der Vitreoretinalen Chirurgie
  • Industrie mit Präsentation neuer Entwicklungen

Resumee & Zukunft

Die RETINALE wandte sich an ÄrztInnen, OrthoptistInnen, OrdinationsassistentInnen und den gesamten Pflegebereich (OP-Pflege, Ambulanzpflege und stationäres Pflegepersonal). So hat die RETINALE alle bei der Patientenbetreuung beteiligten Berufsgruppen zusammengeführt und dadurch eröffneten sich neue Perspektiven. Aufgrund der für uns überwältigenden Teilnahme sahen wir, dass hier ein großer Bedarf nach einer gemeinsamen Plattform besteht, bei der aktuelle Themen besprochen werden können. Sowohl die Vorträge als auch die Video-Fallbesprechungen wurden hier im Feedback positiv hervorgehoben.

Während der Pausen boten die Aussteller einen Einblick in neue innovative Entwicklungen im Bereich der Netzhautchirurgie und OCT-Technologie. Wir danken allen ausstellenden Firmen für die Unterstützung!

Programm-Überblick

Die RETINALE wird von Prof. Claudette Abela-Formanek, Prof. Michael Georgopoulos und Prof. Stefan Sacu vom chirurgischen Netzhautteam der Universitäts-Augenklinik Wien für alle bei Netzhautoperationen beteiligten Berufsgruppen organisiert. Das RETINALE-Team will damit eine gemeinsame Plattform zur Weiterbildung und Diskussion schaffen. An einem Tag werden in Vorträgen und Videofallpräsentationen die aktuellen Entwicklungen in der Netzhautchirurgie thematisiert und diskutiert. In den Pausen besteht die Möglichkeit sich auch mit neuen Produkten für die Netzhautchirurgie an den Firmenständen vertraut zu machen.

Die Fort- und Weiterentwicklung in der Chirurgie ist durch operative Fallbeispiele und Diskussionen über die möglichen Techniken geprägt, daher liegt bei der RETINALE ein Schwerpunkt auf interaktiven Video- und Fallpräsentationen von Operationen.

Im Eröffnungsvortrag zum Thema „Artificial Intelligence – Wohin geht die Ophthalmologie“, berichtete die Leiterin der Augenklinik Wien, Prof. Ursula Schmidt-Erfurth, in einer gemeinsamen Sitzung für AugenärztInnen und für nichtärztliche Gesundheitsberufe über dieses neue spannende Feld im Bereich der Medizin. Im zweiten Vortrag dieser mit „Imaging & Innovation“ betitelten Session gab Prof. Andreas Pollreisz einen Überblick über die Bedeutung des Angio OCT in der klinischen Routine.

In der zweiten Session berichtete Frau Prof. Petra Maier, die stellvertretende Leiterin der Augenklinik der Universität Leipzig, über ihre Erfahrungen mit Patienten mit asymptomatischer Netzhautabhebung („Asymptomatische Ablatio – Diagnostik & OP“). Hier zeigte sich, dass in diesen speziellen Situationen ein sehr individuelles Vorgehen nötig ist. Zunächst wird meist beobachtet (auch mit OCT), dann aber doch frühzeitig operiert (meist Buckelchirurgie). In der Diskussion wurde ausgeführt, dass ein Laser bei Vorhandensein einer Netzhautabhebung zur Prophylaxe des Fortschreitens nicht geeignet ist.

Prof. Christoph Scholda, Leiter der Diabetesambulanz der Augenklinik Wien, gab anschließend einen Überblick über Therapiemöglichkeiten bei Patienten mit Diabetes mellitus und Augenproblemen („DRP & CME: Laser/Anti-VEGF/Steroide/Vitrektomie“).

Prof. Stefan Sacu (Leiter der Ambulanz für Diagnostik und Therapie von Makulaerkrankungen der Augenklinik) berichtete über eigene Studienergebnisse und Überlegungen zur Verbesserung der chirurgischen Erfolge bei epiretinalen Membranen („Macular Pucker – Update“).

Den Abschluss dieser Session bildete der Vortrag von Prof. Martin Spitzer, Direktor der Augenklinik der Universität Hamburg-Eppendorf, zum Thema „Management schwerer suprachoroidaler Blutungen“.

Nach einem von allen Teilnehmern gelobten Mittagessen und dem Besuch der Industrieausstellung berichtete Prof. Matthias Bolz, Vorstand der Augenklinik der Kepler Universität Linz, von der „Kunstlinsenwahl aus der Sicht des vitreoretinalen Chirurgen“. Hier erläuterte er unter anderem die Vorzüge einer Kunstlinse mit größerer Optik für die vitreoretinale Chirurgie.

Frau Prof. Martina Kralinger von der Augenklinik der Medizinischen Universität Innsbruck gab eine Übersicht über den aktuellen Stand der Forschung zur PVR und Endotamponaden („Wahl der Endotamponade bei PVR Ablatio“).

„Endophthalmitis Management“ war das Thema von Prof. Claudette Abela-Formanek. Sie zeigte, dass die frühe Behandlung der wichtigste Faktor zur optimalen Versorgung dieser ernsthaften Komplikation darstellt.

Nach einer kurzen Pause berichtete Prof. Michael Georgopoulos, Leiter der Vitreoretinalen Chirurgie der Augenklinik Wien, in der letzten Session über neue Verfahren und Techniken, die im letzten Jahr Einzug in die tägliche Routine gefunden haben und über mögliche zukünftige Methoden und Verfahren („Innovationen in der vitreoretinalen Chirurgie“).

Den Abschluss bildeten wieder Fallpräsentationen mit OP-Videos („Chirurgische interaktive Kurzvideos“). Die Experten diskutierten die chirurgischen Interventionen. Die Referenten hatten Fragen zu speziellen Kasuistiken vorbereitet und die TeilnehmerInnen konnten über ein Voting-System Fragen zu Diagnosen und Therapien beantworten. Dabei ergaben sich immer wieder sehr heterogene Bilder (siehe Abbildung), was zeigt, dass im täglichen chirurgischen Management noch vieles zu klären ist.

Veranstaltungen wie diese legen also die teilweise konträren Ansichten über die operative Praxis dar und zeigen, wie unterschiedlich die Zugänge im operativen Setting sind.

Sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag gab es auch speziell für die nichtärztlichen Gesundheitsberufe zusammengestellte Sitzungen, die parallel zum ärztlichen Programm liefen. Hier wurden von MitarbeiterInnen der Augenklinik Wien die wesentlichen Aspekte der Diagnostik, der perioperativen Versorgung und der unterschiedlichen Augenoperationen (Vorder- und Hinterabschnitt) beleuchtet.

Eine Einführung in die OCT Untersuchung gab zu Beginn Dr. Christoph Mitsch, dann ging Dr. Gabor Deak auf die wichtigsten Erkrankungen des hinteren Augenabschnitts ein. Diesen ersten Teil beendete Dr. Ferdinand Schlanitz mit Fallpräsentationen und interaktiven Fragen zu den Fällen.

Anschließend veranschaulichte Dr. Jan Lammer den nichtärztlichen TeilnehmerInnen die Katarakt-Operation mit einem typischen Operationsvideo und Prof. Katharina Kriechbaum zeigte die einzelnen Schritte der Vitrektomie in kurzen Videoclips („Vitrektomie step-by-step“). Ein Vortrag mit typischen Operationsvideos zu den unterschiedlichen OP-Techniken über die Vorgehensweise bei Netzhautabhebung von Dr. Katharina Eibenberger bildete den Abschluss dieser Session.

Nach dem Mittagessen berichtete Dipl. Sr. Rosa Grasl von der ambulanten Tagesklinik für IVOM an der Augenklinik Wien über ihre Erfahrungen mit dem IVOM-Management im Moorfields Eye Hospital, im Vergleich zu der Vorgehensweise an der Augenklinik in Wien aus der Perspektive der Pflege. Einen Überblick über „IVOM Indikationen (Anti-VEGF/Steroide/Laser)“ gab dann Doz. Sebastian Waldstein. Den Abschlussvortrag für die nichtärztlichen TeilnehmerInnen zum Thema „Indikation und Wirkung der wichtigsten Augentropfen“ hielt Prof. Marion Funk.

Bildergalerie

Wir freuen uns, Ihnen einen Programmüberblick und die Bildergalerie der zweiten RETINALE hier zu präsentieren und bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen für das durchwegs überaus positive Feedback.

Kontakt

Retinale – Verein
c/o Augenklinik / Retinale
Währinger Gürtel 18-20. Lst. 8i
A 1090 Wien
AUSTRIA

E-Mail: office@retinale.at